Spritpreisentwicklung 2011 – Grund zum Nachdenken

Zapfpistole

Des einen Freud, des anderen Leid: während die Mineralölkonzerne und die Automobilhersteller auf ein erfolgreiches und gewinnbringendes Jahr zurückblicken können, war das Jahr 2011 für die Autofahrer dagegen ein Rekordjahr im negativen Sinne, wenn man die Spritpreisentwicklung betrachtet. Denn laut ADAC war 2011 bisher das Jahr mit den höchsten Spritpreisen an deutschen Tankstellen überhaupt. Nachdem bereits letztes Jahr die Preise um 11% nach oben stiegen, machte dieses Jahr die Preisentwicklung keinen Halt: so stiegen 2011 die Spritpreise gegenüber dem Vorjahr nochmal um 12%!

Der durchschnittliche Preis für einen Liter Super lag im Zeitraum von Januar bis Oktober diesen Jahres bei sage und schreibe1,52 Euro. Etwas darunter, aber immer noch hoch, lag der durchschnittliche Preis für einen Liter Diesel: 1,42 Euro. Und der Trend geht eher weiter nach oben, als dass die Preise in absehbarer Zeit fallen würden. Die enorme Nachfrage, Lieferengpässe aufgrund von Konflikten oder sich erschöpfenden Förderfeldern lassen den Preis stetig steigen und machen damit das Tanken nicht mehr erschwinglich. Aber natürlich hat auch die Mineralölsteuer einen enormen Anteil an den Preisen, weshalb vor allem Vertreter der Mineralölkonzerne sich immer gern mit diesem Argument herausreden wollen, wenn es um die Preispolitik geht.

Die schon seit langem steigenden Spritpreise sollten nachdenklich stimmen. Denn führt man sich diese Tatsache vor Augen und denkt weiterhin daran, dass sowohl Diesel- als auch Benzinautos sich negativ auf die Umwelt auswirken, kann man nicht verstehen, warum gerade in Deutschland immer noch so viele große Spritschlucker auf den Straßen unterwegs sind.

Höchste Zeit also sowohl für die Politik, die Automobilhersteller und letztlich auch für die Bevölkerung, über Alternativen nachzudenken. Ein wichtiger Schritt hierbei ist vor allem, Autos nicht mehr als  typisches Statussymbol zu sehen und von der Denkweise abzukommen: je mehr PS und je stärker der Motor, desto besser. Solange diese Denkweise vorherrscht und die Leute immer noch Unsummen an Geld für Sprit ausgeben, damit sie ihre PS-Maschine tanken können, wird sich nicht viel ändern. Denn warum sollten (deutsche) Automobilhersteller auf neue Techniken setzen, wenn die Mehrheit der Bevölkerung lieber die gewohnten Autos kauft? Und warum sollten die Mineralölkonzerne unter diesen Umständen etwas an ihrer Preispolitik ändern?

Doch es gibt auch schon Alternativen und die Tendenz geht zum Glück langsam aber sicher in Richtung alternativer Antriebstechnologien. Seat, Citroën und diverse andere Automobilhersteller setzen neben den klassischen Autos nun auch verstärkt auf die Entwicklung von Elektroautos. Schreitet die Entwicklung hier weiter voran und wird die nötige Infrastruktur geschaffen, sind wir zumindest was Sprit angeht, vielleicht in einigen Jahren nicht mehr ganz so abhängig von der Willkür der Mineralölkonzerne. Und wir sparen Geld und schonen vor allem die Umwelt!

Bildquelle: RainerSturm / pixelio.de

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